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Robert Kurz zum Gebrauchswert

Das der Gebrauchswert nicht per se als überhistorisches, jenseits der kapitalistischen Kategorien stehendes Phänomen angesehen werden kann, darauf verweist bereits Robert Kurz:

„Er bezeichnet nicht die ‚Nützlichkeit‘ schlechthin, sondern nur die Nützlichkeit unter dem Diktat des modernen warenproduzierenden Systems. Das war für Marx im 19. Jahrhundert vielleicht noch nicht so eindeutig. Brot und Wein, Bücher und Schuhe, Hausbau und Krankenpflege schienen immer dieselben Dinge zu sein, ob sie nun kapitalistisch produziert werden oder nicht. Das hat sich gründlich geändert. Lebensmittel werden nach Verpackungsnormen gezüchtet; die Produkte enthalten ‚künstlichen Verschleiß‘, damit man schnell neue kaufen muß; Kranke werden nach betriebswirtschaftlichen Normen behandelt wie Autos in der Waschanlage.“ (Robert Kurz: Abschied vom Gebrauchswert)

So sehr Kurz hier zuzustimmen ist, verbleibt sein Argument hier auf der Ebene der inhaltlichen Bestimmung des Gebrauchswertes. Der materielle Inhalt eines Brotes verändert sich, so sein Argument, je nachdem, ob es als Ware produziert wird oder zum Stillen von Hunger. Dies Argument wäre zu erweitern um die formbestimmte Besonderheit des Gebrauchswertes. So gibt es Gebrauchswerte, die nur im Kapitalismus brauchbar sind (Arbeitskraft, Kapital) und es entsteht auch erst mit dem Kapitalismus eine Situation, in der die Vielfalt der nützlichen Dinge als Sammlung von Objekten zu beschreiben ist, die allesamt von allen angeeignet werden können.

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