About Formkritik

2. September 2010

Der Form-Begriff stammt aus der philosophischen Tradition und wird vom historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus (aus dem die folgenden Zitate stammen) wie folgt eingeführt:

„Die F wird als unhistorische Trägerin und Prägerin des Wesens der Dinge dem Stoff als wesensloser Materie derselben entgegengesetzt.“

Wie genau das passieren soll, unterscheidet sich jedoch zwischen den verschiedenen philosophischen Traditionen. Bereits Kant beginnt, den Begriff neu zu bestimmen. Er macht ihn „im Sinne von Anschauungs-und Denkform zum Schlüsselbegriff der transzendentalen Wendung der Philosophie“.

Bei Marx schließlich erhält er „eine völlig neue Bedeutung im Zuge der Historisierung des Gesellschaftlichen, die durch die gesellschaftliche Erschließung des Historischen möglich geworden ist.“ In dieser Tradition kann der Begriff der ‚Formbestimmtheit‘ dazu dienen, „Gesellschaftsformationen analytisch voneinander zu unterscheiden. Der Name der bisher für unveränderlich-ewig gehaltenen Fen bezeichnet nun die historische Spezifik im Unterschied zu allgemeinhistorischen Funktionen.“ Marx geht dabei so vor, dass er bei der Analyse der Fen von vermeindlichen Selbstverständlichkeiten ausgeht und „den Blick auf die verfügende Anordnung, das Dispositiv des Ganzen der Gesellschaft, richtet.“


Dies Blog dient zur assoziativen Sammlungen von Fragmenten, Ideen und Zitaten, die letztlich nicht nur zum Erreichen eines wissenschaftlichen Abschlusses, sondern zudem zur Klärung der Frage „Was ist eigentlich diese bekackte Gesellschafts-Form und warum bitte sollte sie kritisiert werden?“ beitragen.

Dabei soll weniger die Theorie dargestellt als vielmehr einzelne Puzzle-Teile präsentiert und in einer Art öffentlichem, virtuellen Zettelkasten gesammelt werden.

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