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Artikel Tagged ‘Anselm_Jappe’

Sekundäres zum Fetischismus

10. September 2010 Keine Kommentare

Hier einige Erläuterungen zum marx’schen Begriff des Warenfetisch: Mehr…

Der gesellschaftliche Zusammenhang, abstrakt

8. September 2010 Keine Kommentare

Das Kapital als sich verwertender Wert wirkt nicht einfach als Gedankenkonstrukt, sondern als reales Prinzip, das die Welt nach dem eigenen Bilde zu formen sucht:

„Die Warengesellschaft ist historisch die erste Gesellschaft, in der der gesellschaftliche Zusammenhang abstrakt wird, getrennt vom Rest, und diese Abstraktion als Abstraktion zur Wirklichkeit wird. Der konkrete Aspekt der Dinge ordnet sich der Abstraktion unter, und deshalb entwickelt die Abstraktion zerstörerische Folgen. Die abstrakte Arbeit reduziert alles auf dasselbe, auf eine einfache oder multiplizierte Verausgabung der allen Menschen gemeinsamen Arbeitsfähigkeit, so dass die Arbeit erst dann gesellschaftlich wird, wenn sie jeder konkreten gesellschaftlichen Bestimmung entkleidet ist. Wenn die Gesellschaftlichkeit eines Dings oder einer Arbeit nicht in der Nützlichkeit besteht, sondern nur in der Fähigkeit, sich in Geld zu verwandeln, werden die gesellschaftlichen Entscheidungen nicht im Hinblick auf den individuellen oder kollektiven Nutzen getroffen. Der Inhalt der konkreten Arbeiten, ihre Voraussetzungen, ihre gesellschaftlichen Folgen, ihre Auswirkungen auf Produzenten und Konsumenten, ihre Umweltverträglichkeit sind nicht mehr Teil ihres gesellschaftlichen Charakters. Gesellschaftlich ist nur der automatische und unkontrollierbare Prozess, bei dem Arbeit in Geld verwandelt wird. Die Unterordnung der Nützlichkeit der Produkte, die zur rein privaten Dimension wird, unter ihre Austauschbarkeit, ihrer einzigen gesellschaftlichen Dimension, muss zwangsläufig zu katastrophalen Ergebnissen führen.“ (S. 51)

Quelle:
Anselm Jappe:
Die Abenteuer der Ware.
Münster 2005.