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Artikel Tagged ‘Ernst_Lohoff’

Ware und Klasse

24. September 2010 1 Kommentar

Die marx’sche Theorie wird oftmals – nicht zuletzt im akademischen Bereich – mit einer kruden Klassenkampf-Fixierung gleichgesetzt. Diese Wahrnehmung lässt sich so ungebrochen jedoch nicht auf das marx’sche Werk übertragen:

„Kein Grundsatz des Marxismus scheint fundamentaler als der Bezug auf die Klassenspaltung der Gesellschaft. “Alle bisherige Geschichte ist eine Geschichte von Klassenkämpfen”. Klasse, Klasseninteresse, Klassenkampf scheinen das kategoriale A und O der Marxschen Theorie zu beinhalten.

Aber der Schein trügt. Das Marxsche Hauptwerk trägt weder den Titel “die Klasse” noch beginnt es mit dieser Kategorie, sondern vielmehr mit derjenigen der Ware: “Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als ungeheure Warensammlung, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware”. Statt dessen endet das “Kapital” mit der systematischen Ableitung der Klassen, und auch dies bloß der Absicht nach, denn der 3. Band ist bekanntlich Fragment geblieben. Schon diese Stellung verrät: Die Klassen sind also in der Marxschen Theorie letztlich eine sekundäre, abgeleitete Kategorie. Der traditionelle Marxismus in all seinen Variationen aber hat dieses Verhältnis in der Theorie auf den Kopf gestellt. Hier ist die Klasse der letzte Grund der Gesellschaft und nicht die Ware. Die Analyse der Warenform erscheint vielmehr als bloß definitorisch und unkritisch herunterzuschnurrender Vorspann zur “eigentlichen” Theorie des Kapitals, die primär als Theorie des Klassenkampfs verstanden wird.“

Quelle:
Ernst Lohoff/Robert Kurz:
Der Klassenkampf-Fetisch
http://www.krisis.org/1989/der-klassenkampf-fetisch

Warentausch =/= Menschlich

8. September 2010 Keine Kommentare

Die „ungesellschaftliche Gesellschaftlichkeit“ (Marx) einer auf Waren-, Staats-, Subjekt- und Rechtsform basierten Gesellschaft, wird von Marx selbst bereits im berühmten Monadenzitat angerissen:

Die Freiheit ist also das Recht, alles zu tun und zu treiben, was keinem andern schadet. Die Grenze, in welcher sich jeder dem andern unschädlich bewegen kann, ist durch das Gesetz bestimmt, wie die Grenze zweier Felder durch den Zaunpfahl bestimmt ist. Es handelt sich um die Freiheit des Menschen als isolierter auf sich zurückgezogener Monade.

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