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Artikel Tagged ‘Michael_Heinrich’

Michael Heinrich zum Formbegriff

7. September 2010 Keine Kommentare

Hier ein kurzer Hörbeitrag von Michael Heinrich. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einem Vortrag, den er vor kurzen im Rahmen der Satellitenseminare zur ominösen Kapitellesebewegung gehalten wurde. Neben vielem Richtigen ist hier zunächst auffällig, das Heinrich den Begriff der Form a) für ökonomische Fragestellungen zu reservieren scheint (was den Gedanken an eine Wirtschafts- und nicht an eine Gesellschaftsform nahelegt – es könnte aber auch einfach dem Gegenstand des Vortrags geschuldet sein, der sich auf die ersten beiden Kapitel des Kapital bezog) und b) den Gebrauchswert als jenseits der Formbestimmung angesiedelt begreift.

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Interessant ist dabei vor allem der zweite Aspekt, wenn wir uns diesen – in der Diskussion etwas später folgenden – Beitrag anhören, in dem Heinrich auf das Besondere der wissenschaftlichen Revolution verweist, die Marx vollbracht habe. Hier scheint mir in der Gegenüberstellung von Inhalt und Form doch eine Ungereimtheit zu liegen:

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Warenproduktion und Kapitalismus

4. September 2010 Keine Kommentare

Bereits in der ersten Zeile des Kapital definiert Marx den „Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, ( … ) als eine ‚ungeheure Warensammlung‘, die einzelne Ware als seine Elementarform.“ (MEW 23, 49) Diese Formulierung legt nahe, einen als „Warensammlung“ charakterisierten Reichtum mit dem Kapitalismus zu identifizieren. Die Ware wäre demnach die allgemeine Reichtumsform nur im Kapitalismus – und nicht etwa in allen menschlichen Gesellschaften. Diese Ansicht ist in der bisherigen Geschichte der Marx-Interpretation durchaus umstritten ist. Dort wurde oftmals die Warenproduktion als etwas überhistorisches betrachtet. Am Anfang, so die Annahme, da würde der Marx nur allgemeine Basiskenntnis für menschliche Gesellschaften im Allgemeinen referieren. Und erst später, wenn vom Kapital die Rede sei, ginge es auch tatsächlich um den Kapitalismus. So eine Sichtweise findet sich etwa bei Ernest Mandel, wenn er erste Formen von Warenproduktion schon vor 12.000 Jahren gefunden haben will: Mehr…