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Artikel Tagged ‘Moishe_Postone’

Entfremdung und Subjektivität

14. September 2010 2 Kommentare

Moishe Postone beschreibt in Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft die kapitalistische Gesellschaft als eine, in der Entfremdung auf ganz spezifische Weise realisiert würde. Über das Karl Marx und dessen Kritik der politischen Ökonomie schreibt er in diesem Zusammenhang:

„So analysiert er im Kapital die Konstitution einer universellen gesellschaftlichen Form durch die entfremdete Arbeit nach zwei Seiten: sowohl als Struktur, in der menschliche Kapazitäten historisch erst geschaffen werden, wie auch als Struktur abstrakter Herrschaft. Diese entfremdete Form führt zu einer raschen Akkumulation des gesellschaftlichen Reichtums und des Produktivpotentials der Menschheit, bringt aber ebenso die zunehmende Fragmentierung der Arbeit, die formale Reglementierung der Zeit und die Zerstörung der Natur mit sich. Die Strukturen abstrakter, durch bestimmte Formen gesellschaftlicher Praxis konstituierter Herrschaft lassen einen gesellschaftlichen Prozess entstehen, der außerhalb menschlicher Kontrolle liegt. Sie bringen aber auch die historische Möglichkeit hervor, daß die Menschen das von ihnen gesellschaftlich in entfremdeter Form Konstituierte kontrollieren können.“(S. 251)

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Sekundäres zum Fetischismus

10. September 2010 Keine Kommentare

Hier einige Erläuterungen zum marx’schen Begriff des Warenfetisch: Mehr…

Gesellschaftliche Vermittlung über Arbeit

8. September 2010 Keine Kommentare

Der Klassiker zur Beschreibung dessen, was sich als kapitalistische Gesellschaftsform beschreiben lässt, findet sich wohl bei Moishe Postone in Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft:

„In der warenförmigen Gesellschaft sind die Vergegenständlichungen der Arbeit des Einen die Mittel, um von Anderen produzierte Güter zu erwerben. Das Produkt de Einen dient den Anderen als Gut: als Gebrauchswert. Es dient dem Produzenten als Mittel, um die Arbeitsprodukte der Anderen zu erwerben. In genau diesem Sinne ist ein Produkt eine Ware: es ist zugleich ein Gebrauchswert für die Anderen und ein Tauschmittel für den Produzenten. ( … ) Mit anderen Worten: in der warenförmigen Gesellschaft wird Arbeit auf ganz besondere Weise zum MIttel, Güter zu erwerben. Hinsichtlich der Produkte, die die Käufer dank ihrer Arbeit erwerben, abstrahieren sie von der Besonderheit der Arbeit der Produzenten. Es besteht keine innere Beziehung zwischen der spezifischen Beschaffenheit der verausgabten Arbeit und der spezifischen Beschaffenheit des Produkts, das mittels dieser Arbeit erworben wird. Mehr…