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Artikel Tagged ‘Silvia Federici’

Naive Philosophie

27. April 2013 Keine Kommentare

Die Besonderheit der kapitalistischen Form lässt sich in vielen Bereichen nachzeichnen. Sie gilt aber auch für die Spezifik der modernen Selbstdisziplin und der spezifischen Normen des modernen Geschlechterverhältnisses. Silvia Federici zeichnet diese Spezifik nach, etwa wenn sie die Etablierung moderner Geschlechterstereotype in den indigenen Gesellschaften Nordamerikas nachzeichnet. Sie diskutiert diese anhand der Kontakte zwischen Indigenen und weißen Kolonisatoren:

„Die Franzosen waren, wie so oft, wenn Europäer mit amerikanischen Ureinwohnern in Berührung kamen, von der Großzügigkeit der Montagnais-Naskapi, ihrer Kooperationsbereitschaft und ihrer Gleichgültigkeit in Statusfragen beeindruckt. Sie waren aber auch empört über die ,Unmoral‘ der Naskapi, die keine Begriffe von Privateigentum oder männlicher Überlegenheit hatten und sich sogar weigerten, ihre Kinder zu bestrafen. […] Die Jesuiten beschlossen, dem ein Ende zu setzen und die Indianer mit den Grundelementen der Zivilisation vertraut zu machen.“

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