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Artikel Tagged ‘Theodor_W_Adorno’

Konkrete Arbeit und Mythos

17. April 2011 Keine Kommentare

Der französische Kommunist und Altertumsforscher Jean-Pierre Vernant argumentiert in seinem Aufsatz „Der Klassenkampf“, dass die Marx’sche Vermutung, die Geschichte sei in erster Linie als Geschichte von Klassenkämpfen zu begreifen, der historischen Vielschichtigkeit der Verhältnisse der Antike Welt nicht gerecht werde:

„Ließe sich die marxistische Theorie auf eine derart summarische, starre und undialektische Formel reduzieren, so wäre sie wohl kaum in der Lage, die Arbeit der Historiker zu erhellenh.“ (S. 11)

Auf diesen Punkt rekurriert auch Robert Kurz Mehr…

Herrschaft des Allgemeinen über das Besondere

2. September 2010 Keine Kommentare

„Die Abstraktheit des Tauschwerts geht vor aller besonderen sozialen Schichtung mit der Herrschaft des Allgemeinen über das Besondere, der Gesellschaft über ihre Zwangsmitglieder zusammen. ( … ) In der Reduktion der Menschen auf Agenten und Träger des Warentauschs versteckt sich die Herrschaft von Menschen über Menschen. ( … ) Der totale Zusammenhang hat die Getalt, daß alle dem Tauschgesetz sich unterwerfen müssen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen, gleichgültig, ob sie subjektiv von einem ‚Profitmotiv‘ geleitet werden oder nicht.“

Quelle:
Theodor W. Adorno: Gesellschaft
In: Soziologische Schriften I
1. Auflage
2003/1965
Frankfurt am Main:Suhrkamp
Seite 14

Adorno benennt hier einen relevanten Punkt für eine Form-Kritik: moderne Gesellschaften zeichnen sich durch ein zusammenwirken von gesellschaftlicher Allgemeinheit und individueller Besonderheit aus. Dabei wäre zu zeigen, wie einerseits Universalität und Partikularität als auch Gleichheit und Freiheit als hierauf rekurrierende Pole durch die gesellschaftliche Praxis hervorgebracht werden.